2006 schauen bis zu 2 Milliarden Meschen weltweit auf diesen echten WM-Fußballrasen!

grasgruenGrüner Gewinner– Hier aktuell das Ergebnis (Foto) des „Rasenkompetenzteams“, der Deutschen Rasengesellschaft und dem Bundessortenamt. Sie haben gemeinsam diesen WM Rasen kreiert. Fast 400 verschiedenen Rasenmischungen wurden getestet. Gewonnen haben robuste, langlebige, trittsichere, pflegeleichte Halme der neuen Gras-Generation. Sie dürfen deshalb bei der diesjährigen WM vor Milliarden von Augen und erschwerten Bedingungen mitwachsen.

Mit Mega Know how und viel Power wurde das Fußball-Grün, das wie gesagt die ganze Welt sehen wird, seit der Aussaat im vergangenen Jahr 72-mal gemäht, unzählige Male gewässert, gedüngt, beobachtet, bewertet … und schließlich für sehr gut befunden.

WeidelgrasDie anerkannte weltmeisterliche Qualität besteht aus einer Mischung aus 25 Prozent Weidelgras (Lolium perenne) und 75 Prozent Wiesenrispe (Poa pratensis). Die Wiesenrispe verzweigt sich nach allen Seiten und sorgt so unweigerlich für den dichten Untergrund. Das Weidelgras wiederum wächst ordentlich nach oben und macht – besonders für die visuellen Medien – einen guten optischen Eindruck.

Die FIFA hat alles bis ins Detail vorgegeben: vom Mähen im vorgeschriebenen Schnittmuster über die Beregnung bis hin zur Düngeprozedur. Ronaldinho, Ballack und Co. können dann auf optimalem Untergrund passen und dribbeln und natürlich auch gewinnen. Jetzt muss das WM-Grün circa zweimal die Woche gemäht werden, damit die Länge in der Höhe stimmt.

Bei den ausgelegten Rasen-Rollen von rund 1,20 – 1,50 Metern Breite und 12 bis 18 Metern Länge dürfen die Halme nicht höher sein als 28 Millimeter. So getrimmt sorgen Lolium und Poa für ausreichenden Fallschutz, um mögliche Verletzungen der Spieler zu minimieren. Wer will schon während des Spiels ins Gras beißen?! Der Weltverband FIFA lässt für das WM Schnittmuster zwei Varianten zu: parallele Längs- oder Querstreifen. Allerdings scheint sich der Querstreifen bei den „Greenkeepern“ durchzusetzen, um den Schiedsrichtern ihre Arbeit – vorwiegend bei Abseitsentscheidungen – zu erleichtern.

Weniger einfallsreich waren die Designer bei der Farbauswahl. Der neue WM Rasen bleibt auch weiterhin grün.



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15 Kommentare Dienstag, 23. Mai 2006 John Langley

1 : 0 fürs Grün

Ja, wo ist denn der Halm?Was wird die Pflanze des Jahres 2006 sein? Fragen wir doch einfach mal das weltweite Publikum. Geschätzt wird, dass bis zu zwei Milliarden Menschen den Blick auf das WM-Grün werfen. An der Qualität des rechteckigen Grüns mit weißen Streifen wird zukünftig vermutlich die ganze Nation gemessen. Sind wir nicht alle Greenkeeper?

Begutachtet, bewertet, ab- und eingeschätzt zu werden – kennen wir das nicht aus dem täglichen nachbarlichen Gartenleben? Wie oft schaut das „Rasenkompetenzteam“ mal eben mit prüfendem Blick über den Zaun und gibt Kommentare ab. Wenn Nachbarn erst einmal loslegen, dann sieht man kein grünes Land mehr. Da helfen auch keine Rechtfertigungen, wie „Ich wollte doch nur eine schöne grüne Fläche und keine Profi-Spielwiese wie bei Celtic Glasgow, Manchester United, Juventus Turin, FC Porto oder Ajax Amsterdam“. Nun verhält sich natürlich nicht jeder Nachbar so, als gehöre er der „Initiative WM-Rasen e.V.“ an mit der Lizenz zum Verbessern aller weltweiten Rasenflächen.

Es ist bekannt, dass jeder Rasen sein eigenes Gesicht hat, geprägt durch Mischung der Gräser, Schnittmuster und Schnitthöhe. Die einen lieben den filigranen Zierrasen, andere sind überhaupt froh, wenn sich hin und wieder flächendeckendes Grün zeigt. Kenner sind total von der Rolle, wenn der ausgerollte Rasen in Null-Komma-Nix liegt. Und die echten Fußballprofis? Sie wollen ein festes, dichtes und kurz geschnittenes unfallreduzierendes Gras. Wer will schon – wenn er mal fällt – während des Spiels ins Gras beißen? Und da Gras nicht gleich Gras ist, heißt die botanische Formel fürs WM-Grün (WM steht vermutlich für Wiesen-Mischung) 75 Prozent Wiesenrispe (Poa pratensis) und 25 Prozent Wiesenrispe(Lolium perenne). Wie auch immer zusammengestellt, der Rasen bleibt weiterhin grün. Gut so. Grün beruhigt, sollte es wirklich mal aufregend werden.

Eine echte Weltmeisterleistung offerieren Saatanbieter: Dort wird eine bis zu 30 Prozent schnellere Keimung durch Keimfix-Wirkstoff versprochen. Und wer wünscht sich das nicht. Extrem belastbar und 40 Prozent weniger Schnittgut als bei „billigem“ Rasen. Fazit: Hast Du einen guten Rasen, dann klappt es auch mit dem Nachbarn.

Ob folgende Idee (erstmalige in der Geschichte des Weltverband FIFA) klappt? Wer weiß. Man muss nicht an der unmittelbaren Quelle sitzen, dennoch können sich Fußball-Fans legal ein Stückchen Finalrasen (30 mal 20 Zentimeter) für 75 Euro pro Stück zusenden lassen. Da möchte ich dann mal die staunenden Augen und offenen Münder der Nachbarn sehen, wenn man die Wiesenrispe – ein Rasen mit „Charakter“ in den Händen hält.

1 Kommentar Sonntag, 2. April 2006 John Langley


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