Klimaanlage unterm Rasen

John Langley, Fernseh-Gärtner des NDRDickfellig, scheinbar ungerührt belüftet er (fast überall) die Böden und untergräbt somit auch die Möglichkeiten, ihn zu stoppen. Es soll Gartenbesitzer(innen) geben, die bereits seit Jahren hinter dem 15 bis 20 Zentimeter kleinen, fleißigen Wühltier (ohne sichtbaren Erfolg versteht sich) hinterher jagen.

Iltis, Hermelin, Igel, Fuchs, Marder, Eule, Rabe, Storch, Falke und nicht zuletzt der Bussard, die wirklich etwas vom „Jagd-Handwerk“ verstehen, sind inzwischen aus unserer verbauten Umfeld verschwunden. Damit wenigsten der Maulwurf in unserer Nähe „überlebt“, wurde er unter Naturschutz gestellt – und darf demzufolge (wenn überhaupt) nur gejagt oder für immer beseitigt werden, wenn er „größeren“ Schaden anrichte, beispielsweise im Deichwesen.

Eines ist sicher: Wo von unten gegraben wird, ist der Gartenboden ökologisch völlig in Ordnung. Das nützliche Tierchen lockert nicht nur alles auf, (gute Durchlüftung bedeutet auch gute Durchfeuchtung) sondern frisst auch viele im Erdreich lebenden Schädlinge. Dort, wo der Boden schädlingsfrei ist, gibt es auch keine Maulwürfe. Auf seiner Speisekarte stehen Mai- und Mistkäfer, große, kräftige Maulwurfsgrillen, Nacktschnecken, Asseln und – wer hätte das gedacht – sogar Spitz- und Wühlmäuse. Welchen Schäden richtet der grabende Störenfried im Garten eigentlich an?

O.K., die dunklen Haufen auf dem Rasen können einen rasend machen. Ein Tipp: Einfach diese Erdpyramiden mit der Schaufel oder Harke flach machen. ACHTUNG!!! Nicht anschließend die weiche Erde wütend in die Gänge treten. Dadurch wird die natürliche „Klimaanlage“ des Gängelabyrinths wesentlich beeinträchtigt. Ein zerstörtes Belüftungssystem motiviert die Erdbewohner unmittelbar zum erneuten Hügelbau. Es soll sensible, lichtscheue Wühler geben, die über diese zerstörerische Maßnahme so verärgert sind, dass sie direkt in Nachbars Garten abwandern. Wer dabei den lebendigen Schaufelbagger fangen will, dem bleibt im Sinne des Naturschutzes nur die Kastenfalle. Gebrauchsanleitung sorgfältig lesen, damit es (wenn überhaupt) auch (zu)klappt. Die beste Zeit für diesen „Undercover-Einsatz“ ist September bis November oder Februar bis Ende April. In dieser Zeit sind Maulwürfe besonders aktiv. Ansonsten bleibt vermutlich nur eine langjährige Freundschaft mit einem Tier der ganz besonderen, schützenswerten Art.

Wenn Maulwürfe arbeiten, graben und kriechen, hilft nur „Gestank“. Einen Reim auf plötzlichen Mief können sich die aushöhlenden, grabenden, ausbaggernden, buddelnden Tierchen vermutlich nicht machen. Vergrämungsmittel nennt der Fachhandel diese Präparate. Vergrämt ist allerdings oft nur der Kunde über das Fiasko seiner Aktion. Fazit: Der Einsatz von Geruch, Lärm, Hochfrequenzen oder, oder, oder…. beeindruckt den Maulwurf vermutlich nur peripher knapp unter der Erdoberfläche.

Kommentar schreiben Donnerstag, 6. April 2006 John Langley


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