Frühjahrsdüngung – jetzt ist der Rasen oft unterversorgt

Ja, es klingt wie Düngerwerbung, muß aber sein. Gemüsebeete von Hobbygärtnern sind bekanntlich häufig überdüngt, Gräser auf den Rasenflächen hingegen sind oft unterversorgt.

1dungGräser gelten als Sonderkulturen, die besonders stickstoffhungrig sind. Rasenflächen, bei denen das „Schnittgut“ (welch gestelztes Wort) entfernt wird, brauchen die regelmäßige Gabe von Nährstoffen, um diesen Verlust auszugleichen. Unterversorgte Rasenflächen werden lückig, und unerwünschte Unkräuter machen sich breit, vor allem das beliebte Moos.

Im Handel gibt es mineralische Spezialdünger für Gräser für Frühjahr und Sommer. Sie enthalten Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) in einem Verhältnis von etwa 20:5:8, während gewöhnlicher Volldünger („Blaukorn“) meist ein ausgeglichenes Verhältnis von N und K hat. Besonders zu empfehlen sind Langzeitdünger, die nur im Frühjahr gestreut werden. Tipp: Fein gesiebter Kompost als Dünger tut es aber auch. Dünn ausgestreut und gut verteilt, sorgen Regenwürmer dafür, dass dieser Humus- und Nährstoffvorrat gut vom Boden aufgenommen wird. Von Kunden habe ich gelernt: Kompost für den Rasen sollte auf drei Gaben verteilt werden.

Weniger oder garnicht düngen braucht, bei dem der Rasen nicht zu hoch wächst (geschnittene Halmlänge unter 3 Zentimetern). Auch nicht, wenn häufig geschnitten wird und das Schnittgut auf der Fläche liegen bleibt – außer beim letzten Herbstschnitt natürlich. Der muss weg.

1 Kommentar Samstag, 26. Februar 2011 M. Morell

Rasen ist Grüne Monokultur, na und?

Wieviel Rasen braucht eigentlich ein Garten? Oft wird bereits bei der Planung der Grasteppich überdimensioniert angelegt. Doch es gibt attraktivere Alternativen zu monotonen Grünflächen.

agardenWer immer noch glaubt, dass Rasen pflegeleichter sei als blühende Staudenbeete, aktive Teiche oder sichtschützende Gehölzpflanzungen, sollte bedenken: pflegeleicht ist ein Rasen nur, wenn er sich zur „richtigen“ Wiese entwickeln darf. Wer dabei spontan an buntblumige Oasen mit seltenen Kräutern und interessanten Gräser denkt, muss umdenken. Wiesen sind von Natur aus auf nährstoffreichen Böden im Flachland artenärmer und hochwüchsiger, als ihre farbigen Verwandten im Mittelgebirge oder in den Alpen, die man spontan im Kopf hat, wenn man an wogende Mohn- und Kornblumenareale denkt.

Viel Arbeit und oft auch Ärger bereitet ein ganz „normaler“ Scherrasen. Warum? Es soll Menschen geben, die davon ausgehen, dass sich ihre Grasnabe zu einem Golfplatz-Rasen entwickelt, wenn sie ihn intensiv in der Mittagszeit und nach 20.00 Uhr mit dröhnendem Motor-Rasenmäher bearbeiten. Es ist bewiesen, dass speziell diese Mähzeiten keinerlei positiven Einfluss auf Dichte, Wachstum und Wurzelbildung eines Rasens haben. Rasen muss gedüngt, vertikutiert, getrimmt, versandet, aerifiziert und bei Vertiefungen durch Auffüllen von Oberboden angeglichen werden. Kanten wollen akkurat abgestochen sein (empfehlenswert hier eine Rasenkante aus Klinker oder Natursteinpflaster), damit die rotierenden Mähermesser schadensfrei trennen können.

Wer einmal kritisch über sein eigenes Grün schaut, wird feststellen, dass diese künstliche Lebensgemeinschaft sehr anfällig ist. Das ist ganz natürlich. Natur ist immer bestrebt, die monotone Fläche von selbst zu „renaturieren“. Wühlmäuse, Maulwürfe, unterschiedlichste „Unkräuter“, unzählige sichtbare und versteckte Pilze, selbst eine permanente Vermoosung sind sichtbare Symptome dafür. So altert der Rasen schnell und wird bald doch zu einer Art aber nicht artenreichen Wiese, an der „ordnungsliebende“ Naturen natürlich so gar keinen Gefallen finden.  

Rasenflächen, oft bestehend aus nur fünf Grasarten, sind häufig noch durch „Un“krautvernichtungsmittel oder Überdüngung belastet. Kein Wunder, wenn dann kaum noch tierisches Leben im Boden stattfindet. Hinzu kommt noch, dass wegen der kurzen Schnitthöhe die Verdunstung an wärmeren Tagen besonders hoch ist. Die Bodenqualität unter der Grasnarbe leidet durch Nährstoffentzug, Auswaschung und Verdichtung immer mehr. Fazit: Allmählich verarmt die grüne Monokultur.

Ein Garten sollte aber lebendig und naturverträglich sein. Dort, wo gespielt und getobt wird, macht Rasen möglicherweise Sinn. Und wenn es denn mal kein „englischer“ Zierrasen sein soll, hat sich eine bodenbeständige Scherrasenmischung mit vielen unterschiedlichen Kräutern bewährt. Dann blüht wenigstens immer etwas, selbst auf sandigen, lehmigen und tonigen Böden – egal wie oft das Flächengrün geschnitten wird.

1 Kommentar Freitag, 28. Mai 2010 John Langley


Kalender

Oktober 2017
M D M D F S S
« Mai    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Archiv

Kategorien