Trend: „Animated Colours“

Beim Rasenmähen musste ich nachdenken über neuere Texte zu Trendentwicklungen von Matthias Horx, Peter Wippermann und Li Edelkoort. Und das Blumenbüro Holland steuert mit „Bloementrend“ auch noch Aussagen dazu. Es ist die Rede von Ich-Sucht, von Kontrasten, von der neuen Verbundenheit, von Selfness und von der neuen Sehnsucht nach etwas Profundem, um Beziehungen, nicht nur zu den Mitmenschen, sondern auch zur Natur und zu spirituellen Welten zu stärken. Das finde ich interessant.

Der Intelligenzquotient (IQ) scheint nicht mehr alleine ausschlaggebend, sondern sollte gepaart sein mit emotionaler Intelligenz (EQ) und spiritueller Intelligenz (SQ). Das wirke sich auch auf das Design aus, wie ich in der Stadt beim Blick in Schaufenster deutlich sehe. Die Menschen sind des unemotionalen, rationalen Industriedesigns wohl müde. Sie suchen nach nicht industriell erscheinenden Formen, die meist computergestützt hergestellt werden. Laserschnitte oder Rapid-Prototyping-Verfahren machen das Ornament für den Massenmarkt bezahlbar. Hinter dem Wiedereinzug des Dekorativen zeigt sich der ewige Wunsch nach emotionaler Verzauberung. Nach dem Zen-Purismus der 90er Jahre sind es heute chinesische Motive, japanische Mangas und leuchtender Elektrokitsch, die die Dekorationslust anheizen. Die Motivwelt vereint globale Impulse, bedient sich aber auch historischer Vorlagen und versucht eine moderne Interpretation – auch des Floralen . Dekoration gilt da als Ausdruck von leidenschaftlicher Hingabe, energiegeladener Lebensfreude und impulsiver Kreativität.

Der Herbsttrend 2006 soll heißen: ANIMATED COLOURS, was übersetzt soviel wie „belebte Farben“ bedeutet. Er ist von der unbändigen Lust am Dekorieren beseelt. Impulsivität, Farbenfreude, Humor, Spiellust, Cartoon-Charakter, Überraschungseffekt sind die Schlüsselwörter, die bei der Gestaltung der Herbststräuße im Vordergrund stehen sollen. Es wird mit Farben, Mustern und Kontrasten jongliert. Materialien sind wild gepunktet, mit Symbolen übersät oder mit abstrakten Zeichnungen versehen. Zu den Blumen, die ANIMATED COLOURS reflektieren, gehören Lilien, Gerbera, Anthurien, Hahnenkamm, Fackellilien und Craspedia.
Bei meinem Underground-Floristiker im Hamburger Karoviertel wird mit diesen Blumen schon jetzt sehr kreativ umgegangen. Trend hin oder her. Erzähle ich ihm von ANIMATED COLOURS , lacht der nur und sagt „So so“.

Kommentar schreiben Donnerstag, 7. September 2006 M. Morell

Deutschland hat Nachholbedarf in der Privatgarten-Gestaltung

Hier bringe ich ausnahmsweise mal einen Beitrag von mir, den ich jüngst für meinen Kunden Gärtner von Eden an Redakteure geschrieben habe. Als Nachlese zur Chelsea Flower Show. Ich erlaube mir das, weil ich die Statements meiner Gartenbauer zum Qualitätsgefälle Deutschland/England gut finde und weil die Fotos der Schaugärten schlichtweg göttlich sind:

»Die Liebe zur Pflanze: Deutschland hat Nachholbedarf in der Privatgarten-Gestaltung

Vor wenigen Jahren prognostizierten Trendforscher wie Matthias Horx oder Peter Wippermann einen Boom im Bereich Outdoor/Gardening – einer Branche, die gegen den Trend im Einzelhandel weiter stark wächst. Im Zeitalter der Globalisierung und der Beschleunigung suchen Menschen, so die Forscher, nach einer neuen Beziehung zur natürlichen Umwelt und einer klareren Sicht auf sich selbst. Entsprechend wird in diesem Bereich deutlich mehr geplant und investiert.

Der Blick auf den gärtnerischen Alltag in Deutschland offenbart gestalterisch noch immer viel Mainstream. Modische Zeiterscheinungen wie der mediterrane Garten oder der weiße formal gestaltete Garten werden hierzulande schnell zu Trends erkoren. Dabei sind sie eher Geschmacksrichtungen oder modische Erscheinungsformen vor dem Hintergrund großer gärtnerischer Vielfalt und können somit keinen wirklichen Allgemeintrend abbilden. Dazu kommt die Erfahrung, dass jedes Gartenthema sein soziales, geografisches und klimatisches Umfeld braucht, um wirken zu können. Schon deshalb schließen sich bestimmte Themen von vornherein aus. Manch fertiger „Trendgarten“ bleibt dabei auf der Strecke und muss zwangsläufig enttäuschen.

Wie gut tut es da, wenn man als Profi oder ambitionierter Gartenbesitzer einen Blick über den Ärmelkanal werfen kann. Alljährlich findet in Chelsea die legendäre Chelsea Flower Show statt. Nur wenige Tage lang treffen sich hier Pflanzen-Begeisterte aus der ganzen Welt. Hier sieht man beispielgebende Gartenlösungen auf höchstem Niveau, hier werden Trends abgebildet und neue Wege aufgezeigt. Andreas Leucht, „Gärtner von Eden“ in Stuhr bei Bremen reiste mit einer Gruppe von 30 Branchenkollegen an und bringt es für sich auf den Punkt: „Hier bekommt man Depressionen“ – eine Anspielung auf das gestalterische Gefälle England-Deutschland, das einem dort schmerzlich vor Augen geführt wird. Die besondere Liebe zur Pflanze und eine ausgesprochen harmonische Farbgestaltung ist in jedem Beitrag deutlich zu erkennen – ob im klassischen Schaugarten samt Cottage und bemoostem Quellstein bis zum High-Tech-Experimentalgarten mit Edelstahl-Beeteinfassung.

Das besagte Gefälle und die Ausprägung der verschiedenen Garten-Mentalitäten verdeutlicht der deutsche Beitrag zum diesjährigen Gewinner-Garten „The Daily Telegraph Garden“ (www.rhs.org.uk/chelsea/2006/exhibitors/s…)
Die von allen bestaunten schirmförmig gezogenen immergrünen Schneebälle kommen von Bruns, einer der größten und weltweit angesehendsten Baumschulen mit Sitz in Deutschland. Roland Lütkemeyer, Gartenbauer und Vorstand der Vereinigung „Gärtner von Eden“: „Wir Deutsche können zwar gesunde, stattliche Pflanzen heranziehen und liefern, aber die Engländer haben halt das Gefühl dafür“ Für ihn gehört ein Begriffspaar zusammen: Top Qualität und Top Gestaltung. „Das ist, was unsere Kunden von uns verlangen können“. Wenn man einen Trend aus England mitnehmen kann, so Lütkemeyer, dann den, Gärten als erweitertes Wohnzimmer zu gestalten oder als Outdoor-Businessbereich. Und das, ohne sich von vornherein gestalterische Zwänge aufzuerlegen. Ein Trend, der in Ansätzen auch hierzulande zu spüren ist.

Die 30 angereisten „Gärtner von Eden“-Kollegen haben ihre eigenen Flower Show -Favoriten aus 46 Schaugärten in vier Kategorien ermittelt. Wer mehr Details dazu erfahren möchte, kann die Präsentation als Power-Point-Datei bestellen oder geht auf die jeweiligen Homepages der Gewinner – für jeden Garten ist eine Pflanzliste hinterlegt, die Pflanzenfreunde ganz besonders interessiert.

Show gardens
Savill: The Savills Garden
www.rhs.org.uk/chelsea/2006/exhibitors/s…

Courtyard gardens
Leeds Metropolitan University: A Garden For Robin
www.rhs.org.uk/chelsea/2006/exhibitors/c…

Chic gardens
The London Garden Design Co: Less is Moor
www.rhs.org.uk/chelsea/2006/exhibitors/c…

City gardens
Ian Rochead´s Landscape Design Service: The City Workers Retreat
www.rhs.org.uk/chelsea/2006/exhibitors/c… «





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Kommentar schreiben Freitag, 21. Juli 2006 M. Morell


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