Artikel aus November 2006
Lassen Sie Fußballer-Sprüche doch mal auf grünem Rasen “paroli laufen” . Die Sportredaktionen der ARD haben eine Seite im Netz stehen, auf der Fussballnarren wie Kahn, Klinsi, Möller, Ballack und all die anderen das ablassen, was man sonst im Radio lieber wegdreht. Oder was man nicht mitbekommt, weil man zur Halbzeit sein Bier kurz “wegbringt”: Phrasen vom Rasen






Dienstag, 28. November 2006
M. Morell
Mastergrass sind Hersteller und Lieferanten vollsynthetischer Golfgrüns und stellen nun Garten- und Landschaftsbauern ihr einzigartiges Produkt vor. Deren Golfgrün wurde speziell für den Golfsport entwickelt und wird schon bei Privatkunden, im Hotelbereich und selbstredend auf Golfplätzen installiert. Um eine naturgetreue Imitation eines Golfrasens zu schaffen, hat man drei verschiedene Gras-Typen entwickelt: Master Grass Green, Master Grass Fringe und Master Grass Tee. Der Clou: Zwischen den einzelnen Halmen werden spezielle Fillings mit mono-kristallisierenden Quarzkristallen angebracht, die dafür sorgen, dass die Landungs- und Rolleigenschaften des Balles denen natürlicher Grüns entsprechen. Dank dieser Quarzkristalle gibt es keine Verdichtung, kaum Abrieb und gleichbleibende Qualität. Eingesetzt wird die Ware sicherlich in den Emiraten, auf Kreuzfahrtschiffen, in Kellern und in Gegenden, wo zukünftig kaum noch Wasser aus den Hähnen tropft. Vielleicht auch etwas für zu Hause. Mehr hier: www.private-greens.com






Donnerstag, 23. November 2006
M. Morell
Schon wieder habe ich den letzten Schnitt des Jahres verschieben müssen. Dafür habe ich das beste Jazz-Konzert des Jahres in Hamburg erlebt. Ein Konzert? Eine Andacht war das. Das hat jetzt nichts mit Rasen zu tun, trotzdem: Cassandra Wilson, unterstützt von ganz hervorragenden Musikern, hat die Hamburger wieder einmal erobert - in der Laeisz-Halle. Göttlich! Standing Ovations für diese Könnerin mit Samtstimme und Soul. Dafür mähe ich morgen. Wie wäre es mit der Saatbezeichnung “Cassandra” oder “Jazz`n Soul“?






Mittwoch, 22. November 2006
M. Morell
Dank der milden Temperaturen muss der Rasen eventuell doch nochmal im November gemäht werden. Nach Lehrbuch steht ja der letzte Rasenschnitt Ende Oktober an. Sind die Halme jetzt noch einmal gewachsen, sollte der eingemottete Rasenmäher wieder aus dem Schuppen geholt werden. Dabei wird gleichzeitig das Laub vom Rasen geholt, das zum Teil noch immer von den Bäumen fällt. Liegt dies zu lang auf der Narbe, kommt es zu partiellem Luftabschluss und Fäule. Der Blattfall ist gekoppelt an Helligkeit und Temperaturen. Bei milden Temperaturen bleiben die Blätter deshalb eventuell ein bis zwei Wochen länger als üblich an den Bäumen. Das kann sich aber durch eine kurze Kälteperiode oder einen Sturm schnell ändern. Spätestens dann ist der letzte Schnitt gemacht, der Winter kann kommen.






Dienstag, 21. November 2006
M. Morell
Der Darmstädter Uwe Michael Schlitt hat Saatträgerplatten entwickelt – Patentanmeldung und Vermarktung laufen an. Eine Alternative zu Rollrasen soll es werden. Trockene Trägerplatten, die sich wie Styropor anfühlen, aber schwerer sind, enthalten Saatgut und für das Wachstum notwendige Nährstoffe. Kommt Wasser darauf, gehen die Samenkörner laut Schlitt innerhalb von sieben Tagen auf. Nach der Keimphase soll die Saat mit dem Untergrund verwachsen. Da staunt der Laie - und der Fachmann wundert sich. Mehr hier.
Samstag, 11. November 2006
M. Morell
Vorm herbstlichen Einmotten sollte man auch seinem Mäher deutlich mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung schenken. Bevor wir loslegen: Damit der Motor während der Pflegearbeiten nicht aus Versehen anspringt (selbst schon passiert), muss der Zündkerzenstecker gezogen werden. Dann werden alle (oft schimmelden) Grasreste von Gehäuse, Messer und Rädern entfernt, das Gerät innen und außen geschmiert und die Metallteile mit Rostschutzmittel behandelt. Silikonspray oder Nähmaschinenöl ist auch ein Mittel der Wahl für die Feinmechanik wie Bowdenzüge und Feststellschrauben, nicht ranzende Fette nimmt man für Großflächen und Messer. Gummigriffe fettet man mit Hirschtalg ein, sie bleiben länger griffig und trotzen dem Zerfall wegen UV-Strahlung.
Auch ist der Herbst der ideale Zeitpunkt für eine Motorenwartung bei Benzinmähern: Dadurch reduzieren wir die Abgasmengen, senken den Benzinverbrauch und verlängern die Lebensdauer des Motors deutlich. Es werden Luftfilter, Zündkerze und Öl gewechselt. In jedem Fall sollte man dem Benzin für die mähfreie Zeit einen Stabilisator beigeben, sagt mein Tankwart. Der Handel bietet extra Wartungssets an, versierte Selbermacher lächeln darüber nur. Nach Abschluss der Einmottungsarbeiten soll der Mäher an einem trockenen Ort gelagert werden. Das klingt zwingend logisch, wird aber meist nicht beherzigt. Wozu hat man das Gerät denn eingefettet
?! Das Messer schärfen und auswuchten kann man gleich mitmachen. Aber nicht an der heimischen Werkbank, die man nicht hat. Darüber schrieb ich schon hier. Herbst-Wartung mit Zündkerze, Ölwechsel, Schärfen und Auswucht kosten bei mir im Dorf 25 Euro. Unschlagbar. Den Rest “mok ick sülbens” (”mach ich selber” auf plattdeutsch)






Freitag, 10. November 2006
M. Morell
Jetzt muss muss das Herbstlaub unbedingt vom Rasen entfernt werden. Er erstickt sonst unter diesem Luft- und Lichtabschluss. Aber bitte nicht mit nervtötenden Saugern und Bläsern. Das gesammelte Laub kann man mulchen und als natürliche Düngung unter Bäumen und Hecken ausbringen oder dem eigenen Komposthaufen übergeben. Laub als Schutzschicht bewirkt eine Verbesserung der Humusschicht. Je nach Wachstum wird der Rasen ein letztes Mal bis Mitte November gemäht. Den letzte Schnitt vor dem Winter kann man noch weit hinauszögern, da bei mildem Wetter das Gras noch weit in den November hinein treibt, besonders in südlicheren Lagen zu beobachten.






Freitag, 10. November 2006
M. Morell