Artikel aus August 2006
Gartenkalender erinnern an wichtige Aufgaben im Garten, denn die Natur ist ja in besonderem Maße den Jahreszeiten unterworfen. Ich möchte hier mal einen Gartenkalender vorstellen, der wirklich brauchbar ist und charmant auf anliegende Themen hinweist. Wenig hilfreich sind die Kalender großer Gartengerätehersteller oder einiger Online-Ausgaben von Gartenmagazinen. Auch hier gibt es Ausnahmen. Die Hinweise auf Gartentechnik.de sind immer lösungsorientiert und in keinem Fall PR-lastig (kaufen Sie dies, kaufen Sie das). Seit vielen Jahren veröffentlicht Gartentechnik.de Gartennews online und als Gartennewsletter oder Gartenfeeds. Selbstredend finden sich darin auch viele jahreszeitliche Tipps und Tricks rund um die anfallende Gartenarbeit. Jetzt findet man ausgewählte Beiträge der letzten 2 Jahre nach Monaten rubriziert auch im Gartenkalender.net, aktuell etwa für August und September diese.


Donnerstag, 31. August 2006
M. Morell
»Die Idee, Gärten natürlichen Lebensräumen nachzuempfinden, ist so alt wie die Gartengeschichte. Neu ist der Gedanke, Gärten als Wohnraum zu nutzen. Ein Urlaub oder nur einige Tage, in denen man nicht durch den Garten gegangen ist, und schon erheben sich Gräser, Löwenzahn und Vogelmiere zu einer Rebellion gegen die ordnende, kultivierende Hand. Solche Zeitspannen sind nur Momente für den langen Atem der Natur, die jede Unaufmerksamkeit bedenkenlos ausnutzt und sich ihr Terrain mit einer Armee von Pionierpflanzen zurückerobert. Kaum auszudenken, wie der Garten nach einem oder zwei Jahren ohne Pflege aussähe. Diese unbändige Kraft, die sich hier im Kleinen offenbart, birgt Schrecken und Faszination zugleich. Schrecken über die Vergeblichkeit unseres Wirkens, Faszination und Gewissheit, dass die Natur auch unsere schlimmsten Umweltsünden in wenigen Jahren mit einem grünen Teppich zudecken wird. Was ist der Garten? Was suchen wir darin? Ist der Garten unser wildes Stück Natur, ist er Ausdruck von Kultur? Ein Blick zurück in die Kulturgeschichte des Gartens bringt Einblicke hinter dem Gartenzaun.«
Den ganzen Text finden Sie in der aktuellen Ausgabe des von mir so heiss geliebten »Eden« – Das Magazin für Gartengestaltung


Dienstag, 29. August 2006
M. Morell
Liegt der Rollrasen einige Jahre, so können auch bei bester Pflege Störungen auftreten. In lockerer Folge will ich die augenscheinlichsten aufzählen. Mein Kunde hat zur Zeit keine Zeit dafür. So schaue ich nach bei www.rasen.de oder www.gartentechnik.de und dort stehen die Antworten auf immer wiederkehrene Fragen der Rasen-Kunden. Zum Beispiel: “Wozu aerifizieren, wozu besanden?”:
Beim Aerifizieren wegen zu starker Verdichtung des Bodens mit zu feuchtem Mikro-Klima werden mechanisch bis zu 8 cm tiefe Löcher in den Rasen gestochen. Entweder mit „Vollzinken”, angespitzten Metallstäben, die das Erdreich nach außen verdrängen oder mit „Hohlzinken“, Metallhülsen, die in den Boden eindringen und den in der Hülse steckenden Boden entfernen. Die „Stöpsel“ bleiben auf dem Rasen liegen und können entfernt werden. Die Effektivität der Maßnahme, so liest man bei rasen.de, hängt sehr stark von der Dichte der Zinken bzw. der Einstiche ab. Sie ergibt sich aus der Anzahl von Zinken am Gerät und der Arbeitsgeschwindigkeit. Je mehr Einstiche pro Flächeneinheit gemacht werden, desto wirksamer ist die Maßnahme. Das klingt logisch.
Besanden: Die entstandenen Löcher werden anschließend mit trockenem Sand verfüllt. Dieser wird flächig ausgebracht und schließlich leicht in die Löcher gekehrt. 1 – 3 Liter je m² sind sinnvoll und notwendig, um die Löcher gut zu verfüllen. Verwendet werden sollten grobe und scharfkantige Sande. Das erhöht das Porenvolumen. Wasser kann leichter abfließen und Luft besser an die Wurzeln gelangen. Eine Beratung durch einen Fachhändler ist anzuraten. Gewaschener Sand, bei dem dadurch abschlämmbare Feinteile entfernt wurden, ist vorzuziehen.
Weitere Maßnahmen, mit denen in den Boden eingegriffen und so z.B. Staunässe bekämpft werden kann, sind das Tiefenlockern und das Schlitzen. Auf Sportplätzen sollten sie regelmäßig angewendet werden.
Donnerstag, 24. August 2006
M. Morell
Gärten sind ein Spiegel der Seele, das sagen die Philosophen. Gärten sind Lebensräume, das sagen die Trendforscher. Dazwischen liegen Millionen deutscher Privatgärten. Und in jedem gibt es einen Lieblingsplatz. Damit man sich dort richtig wohlfühlt, müssen solche privaten Paradiese individuell geplant werden. Und weil die Neuanlage oder Renovierung eines Gartens eine höchst persönliche Angelegenheit ist, braucht der professionelle Gartengestalter viel Feingefühl beim kreativen Prozess von der Ideenfindung über die Planung bis zum Bauabschluss. Um mit dem Kunden gemeinsam herauszufinden, wie sein Traum vom Garten denn aussehen soll, haben meine Kunden, die „Gärtner von Eden“ ein Gartentypenmodell entwickelt. Anhand eines Fragenkataloges und von Garten-Abbildungen lässt sich viel leichter ein stimmiger Ansatz entwickeln, der dann um so mehr zum großen Wurf wird.
Mir gefällt diese Grobeinteilung, wobei es natürlich im realen Leben Überschneidungen und viele Zwischentöne gibt. Das Konzept erleichtert beiden Seiten den Weg zum Gartentraum und es hat sich gut bewährt.
Für Ästheten – der Garten mit feinen Nuancen: Pflanzen und Materialien schaffen eine intime Grundstimmung, die individuelle Freiräume erst möglich macht. Man entdeckt diesen Garten immer wieder neu. Er ist die Erweiterung des Alltagslebens – gerade bei kleinen Gärten entstehen hier von außen nicht einsehbare Paradiese, die Geborgenheit und Ruhe ausstrahlen, zum Begegnungsort werden. Bereichernd wirken hier Ansammlungen von Steinen, das Plätschern eines Wasserspiels oder Urlaubsmitbringsel. Schreiende Farben stören hier nur und ruhige, von sensibler Hand geplante Pflanzungen sind ideal. Intime Sitzplätze und die gesamte Farb- und Formensprache vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit, der man sich nicht entziehen kann. Ein Paradies für die Sinne – mit ganz individueller Note.
Für Genießer – der Garten mit Opulenter Fülle: Schwelgerische Fülle ist hier in allen Sinnesfreuden zu finden. Blütendüfte, Kräuter-Aromen, farbenreiche Staudenpflanzungen – ein Genießergarten ist wie ein Menue. Es erfasst alle Aspekte des individuellen Geschmacksempfindens. Der Einsatz von Wasser ist ein Beispiel für genussbetonte Gartengestaltung. Ein Genießergarten kann durch eine mediterrane Grundidee bestimmt sein oder asiatisch angehaucht sein. Es kann die Sammlung eines Staudenfreundes oder einen Naturschwimmteich beherbergen. Solche Gärten besitzen meist Prestige-Charakter, jedoch halten sich Nutzbarkeit und der große Auftritt immer die Waage. Die üppig blühende Kulisse erfordert Raum, wobei die Gestaltung versteckter Nischen bewusst in den Hintergrund tritt.
Für Designfreunde – der Garten mit formaler Grundidee: Er ist zeitlos schön und über alle Moden erhaben. Zu sehen sind innovative Materialien wie Naturstein, Beton oder Edelstahl. Wer einen designorientierten und klar strukturierten Garten zu seinem Lieblingsplatz macht, ist meist offen für neue Ideen. Oft ist ein solcher Garten mit moderner Architektur verbunden. Die klare Linienführung macht den Lieblingsplatz leicht begehbar und erreichbar. Die konzeptionelle Strenge gewinnt dem Garten eine ganz neue Bedeutung ab, wobei die Materialien stilbildend eingesetzt werden. Designorientierte Gärten verändern ihr Gesicht im Wechsel der Jahreszeiten nicht so stark, wie naturnahe. Einzelpflanzen können wichtige Akzente setzen, die im schlichten Umfeld zur besonderen Geltung kommen. Diese Garten-Konzeption gleicht am ehesten der eines Wohnraumes.
Für Naturmenschen – Gärten als naturnahe Oase: Einen naturnahen Garten zu gestalten, ist ein Kunststück. Ein Grundstück sich allein zu überlassen, hat wenig mit Gartenkunst zu tun. Ein Garten für Naturmenschen ist eine gelungene Imitation natürlicher Situationen: Wiese, Wald, Wasserrand und Steppe können je nach Standortbedingung eine Rolle spielen. Allen gemeinsam ist die Fülle. Wie in der Natur ist Wachstum und Veränderung im Jahresverlauf die treibende und stilbildende Kraft. Dieser Gartentyp ist nicht pflegearm, sondern braucht ordnende Kraft. So ist der Gartenort nicht nur Rückzugsmöglichkeit, er ist auch sinnerfüllendes Betätigungsfeld. Bei der Auswahl der Materialien stehen Holz und Stein ganz vorn, regionale Baustoffe überwiegen als Bindeglied zur umgebenden Natur. Eine Anlage nach Feng Shui begünstigt die Regenerationskraft dieser Oasen für Mensch und Tier. Auch ohne asiatischen Einfluss sind Wegeführung und Beetformen eher organisch geschwungen angelegt, Mulch, Kies und andere Beläge fördern das sinnliche Erleben.
Etwas Werbung für ein wunderbares Garten-Buch:
Für jeden Garten gibt es eine ideale und zugleich individuelle Lösung – das ist das Credo der »Gärtner von Eden«. Das Buch „100 Traumgärten von Deutschland, Gärten – geplant und gebaut von den Gärtnern von Eden“ ist erneut aufgelegt worden und stellt auf 245 Seiten 100 Gärten in Deutschland vor, die ihre Handschrift tragen. Geordnet nach Gartentypen entdeckt man 100 Paradiese, 100 Träume, 100 Oasen – mit farbigen Gartenplänen, den Fotos der dazugehörigen Gärten, ausführlichen Beschreibungen und praktischen Tipps. Das Buch gilt bereits als Standardwerk, das all jene inspiriert, die ihren Garten schöner machen wollen. Herausgegeben hat es der Callwey Verlag, geschrieben wurde es Buch von den Autoren der Zeitschrift für Gartengestaltung, EDEN.
€ 59,95; € A 61,70; SFr 102,-
ISBN 3-7667-1651-4
Mittwoch, 23. August 2006
M. Morell
Gerade kommen sintflutartige Wassermassen aus dunklen Wolken hier oben an der Schlei herunter und es blitzt. Nach Monaten Trockenheit kann die Natur aufatmen. Denkt man dabei an die verheerenden Überschwemmungen in diesem Jahr, kann man sich fragen: Was lässt sich vorbeugend tun? Kann ich selbst etwas dazu beitragen oder überlasse ich es der Politik? Nicht nur Bäche, Flüsse und Seen haben Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, sondern auch das eigene Grundstück, der Garten und das Haus beeinflussen den Wasserkreislauf. Wenn das Regenwasser überall auf natürlichem Weg versickern kann, statt über die Kanalisation abtransportiert zu werden, ist schon viel gewonnen. Allein Rasenflächen binden große Mengen Wasser.
Werden versiegelte Flächen wieder geöffnet, so kommt dies auch der Schönheit und der Qualität des Gartens zugute. Verzichten Sie bei Terrassen auf einen Beton-Unterbau. Ziegel, Platten oder Pflaster liegen genauso sicher in Kies und Sand. Dies gilt auch für die Gartenwege. Breite Fugen zwischen den Platten können z. B. Thymian und Andenpolster Lebensraum bieten und nehmen auf natürliche Weise das Regenwasser auf. Mit Wasser gebundene Beläge lassen sich auch gut begehen; für wenig betretene Flächen bietet sich Rindenmulch als Bodenbelag an. All dies lerne ich, wenn ich mit meinen Kunden, den “Gärtnern von Eden” zusammenarbeite.
Maik Rübner hat hier einen schönen Text zum richtigen Gartensprengen geschrieben.


Dienstag, 22. August 2006
M. Morell
Der Stadt Plauen gehören etwa 500 öffentliche Grünanlagen. Im Jahr 2003 übergab Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) aus Einsparungsgründen die Pflege der insgesamt 1,4 Millionen Quadratmeter großen Fläche an die Wohnungsbaugesellschaft Plauen mbH (WBG) und ihre Tochtergesellschaft Immobilien Service Plauen (ISP).
Einer ihrer Aufgabenbereiche ist die Rasenpflege. Mit einem detaillierten Mäh-Plan halten Mitarbeiter den grünen Teppich kurz. Dabei werden die Flächen in vier Pflegekategorien eingeteilt. Nur 30 Arbeiter der WBG sind für jene 1,4 Millionen Quadratmeter zuständig. Dabei werden Benzinrasenmäher und Motorsensen verwendet. Bei Mäheinsätzen wird mit bis zu 5 Geräten in Reihe versetzt gemäht. Diese Formation erinnert an alte Fotos von Erntemaschinen auf LPG-Einsätzen. Leider kann das Foto mit Mäher-Mannschaft aus Copyright-Gründen nicht gezeigt werden.
Dienstag, 22. August 2006
M. Morell
Weltweit sind bereits weit über eine Million Spielzeuge, automatische Haushaltsgeräte und Service-Roboter im Einsatz, darunter auch zahlreiche Rasenmäher der neuen Art. Das Prinzip: Selbstständig navigieren und manövrieren - und als Nebeneffekt etwas Nützliches tun, z.B. Rasen kurz halten. In Deutschland werden derzeit von 3 Herstellern Mähroboter angeboten: Ambrogio, Friendly Robotics und Husqvarna. Bevor das Mähen allerdings automatisch funktioniert, sind bei allen verfügbaren Mährobotern noch einige Vorarbeiten zu leisten - vor allem die Akkus aufzuladen und das Terrain abzustecken. Robotermäher sind übrigens ein Genuss für die Ohren: Ihre Arbeitsgeräusche sind so niedrig, dass sie jederzeit eingesetzt werden können, also auch nachts oder am Sonntag. Mehr bei unseren Freunden von Gartentechnik.de
Gebrauchte gibt es bereits hier.
Maik Rübner hat hier einen schönen Text zum richtigen Gartensprengen geschrieben.


Dienstag, 15. August 2006
M. Morell
Die populären Altrocker mit der ausgestreckten Zunge sollen nach ihrem Konzert einen völlig demolierten Rasen im Stuttgarter Daimlerstadion hinterlassen haben. Der Saisonauftakt des VfB am Samstag gegen Nürnberg ist - so die Stuttgarter Zeitung - bislang nicht gefährdet.
Horst Heldt, Teammanager des VfB Stuttgart, sei kaum noch zu beruhigen. Man habe zwar damit gerechnet, dass der Platz nach dem Konzert in keinem sehr guten Zustand mehr sein würde. Auf dem gesamten Spielfeld würden jetzt ganze Rasenstücke fehlen, der Platz sei kaum zu retten. Man könne jetzt nur noch Flickschusterei betreiben. Ganz besonders gelitten hat offenbar die eigentlich robuste Rasenmischung im Bereich der Untertürkheimer Kurve. Dort stand die tonnenschwere und angeblich größte Konzertbühne der Welt einige Tage . Hier ziehen sich derzeit schmutzig braune Furchen, der einst grüne Rasen muss hier großflächig ersetzt werden.
Für Samstag steht der Saisonauftakt des Fußball-Bundesligisten gegen den 1. FC Nürnberg auf dem Spielplan - ein Heimspiel im Daimlerstadion. Ob die Partie dort tatsächlich um 15.30 Uhr angepfiffen werden kann, liegt nun vor allem in den Händen der Gartentechniker der Reutlinger Firma Sportstättenbau Moser, die nur wenige Meter vom Stadion entfernt im Dienstleistungszentrum Sport im Neckarpark eine Außenstelle bezogen hat. Dort ist man optimistisch.
Maik Rübner hat hier einen schönen Text zum richtigen Gartensprengen geschrieben.


Dienstag, 8. August 2006
M. Morell
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