Pierre Littbarski soll begeistert gewesen sein, schreibt die BZ. “So hätte ich früher auch gern gespielt”, so der Weltmeister und Fußballnationalspieler. “Aber unsere Bolzplätze waren meist betoniert, das tat beim Hinfallen ganz schön weh.” Er war gemeinsam mit Torwartlegende Toni Schumacher zur Eröffnung von Berlins höchstem Fußballplatz gekommen – auf dem zwölf Meter hohen Dach des neuen Metro-Großmarktes neben dem Ostbahnhof. Es ist der einzige auf den weltweit 540 Metro-Märkten. Die Idee kam von Anwohnern, für die es in der Gegend kaum Sport- und Grünflächen gibt.
Auf 8 700 Quadratmetern ist jedoch Kunstrasen ausgelegt – echter Rollrasen wollte nicht anwachsen und verbrannte in der Sonne. 600 Menschen passen auf das Dach und die fahrbaren Tribünen. Damit herabfallende Fußbälle keinen der Metro-Kunden treffen, wurden 8,50 Meter hohe Fangzäune aufgestellt. Der Platz bleibt in privater Hand, Schulen und Vereine können ihn kostenlos nutzen. Alles auf dem Platz ist sogar Fifa-gerecht eingerichtet. Es gibt Flutlicht, ein Klubhaus mit Umkleiden, Toiletten, einen Gastronomiebereich und einen Schiedsrichterraum.
Freitag, 30. Juni 2006
M. Morell
England kämpft noch immer mit der außergewöhnlichen Trockenheit, insbesondere im Süden des Landes. In den letzen 18 Monaten hat es dort so wenig geregnet wie schon seit 100 Jahren nicht mehr. Das Grundwasser hat einen absoluten Tiefstand erreicht, berichten mir Bekannte. Die Londoner müssen bereits erste Einschränkungen beim Wasserverbrauch hinnehmen, gerade auch im Bereich Rasenpflege. Auch könnte ein Autowasch-Verbot auf die Briten zukommen. Eine ganz neue Situation, glaubte man in dem Land, das für feuchte Luft und Dauerregen bekannt ist, lange Zeit, Wasser gebe es auf ewig und genug. Deshalb haben viele Häuser noch nicht einmal Wasserzähler. Das könnte sich bald ändern, obwohl Labour sehr dagegen ist.


Freitag, 30. Juni 2006
M. Morell
Das kräftige Grün eines gepflegten Rasens begeistert uns mitten in der Fußball-Weltmeisterschaft ganz besonders. Viele jedoch mögen Rasen nicht mehr wirklich sehen – auf vielen Werbeplakaten, in Geschekeshops, in Werbespots und häuslichen “WM-Studios” dominiert der sonst so natürliche und beruhigende Grünton. Die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie jedenfalls geben uns trotzdem oder erstrecht Tipps zur meisterlichen Rasenpflege im Hausgarten. Das haben wir alles schonmal irgendwo ähnlich gelesen, doch geben wir es hier gern nochmal kompakt heraus, weil es im Kern wahr ist und wahr bleibt:
»Der lange, nasse und in manchen Gegenden schneereiche Winter hat auf vielen Rasenflächen seine Spuren hinterlassen: Kahle Stellen und mit Moos bedeckte Flächen sind keine Seltenheit. Doch meist lassen sich mit einfachen Mitteln die schadhaften Stellen beseitigen.
Moos tritt vor allem im Schatten und auf schlecht versorgten Flächen auf: Ein niedriger pH-Wert ist nicht unbedingt ursächlich, da Moos auch auf kalkhaltigen Böden auftritt. Empfehlenswert ist in jedem Fall die Entfernung des Mooses. In besonders schattigen Bereichen sollte über eine Pflanzung mit niedrigen, Schatten liebenden Stauden nachgedacht werden, da selbst der so genannte Schattenrasen eine ordentliche Portion Sonnenstrahlen benötigt.
Die meisten Unkräuter können sich besonders gut ausbreiten, wenn die Rasengräser keine geschlossene Grasnarbe bilden: Klee im Rasen deutet auf eine mangelnde Stickstoffversorgung hin. Ein problematisches, unerwünschtes Gras auf neu eingesäten Flächen stellt die Hirse dar. Sie wächst besonders bei heißer Witterung. Der regelmäßige Schnitt verhindert die Ausbreitung. Nicht durch die Schnittwerkzeuge des Rasenmähers erfasst werden Pflanzenarten, die sich rosettenartig aus-breiten. Dazu gehören Löwenzahn, Breitwegerich und Fadenehrenpreis. Sie lassen sich gut ausstechen, was zwar mühselig, aber effektiv ist. Eine gezielte Stickstoffdüngung kann zudem Abhilfe schaffen.
Werden die kahlen Stellen nachgesät und ausreichend gewässert, können Sie sich in sechs bis acht Wochen wieder über eine geschlossene Rasenfläche freuen.
In den meisten Hausgärten ist beim Rasenmähen eine Schnitthöhe von 3,5 bis 4 cm ideal: Kann der Rasen nicht regelmäßig gemäht werden oder ist er nach einer Mähpause im Urlaub sehr hoch, darf das lange Gras nicht radikal gekürzt werden. Schneiden Sie nie mehr als 3o bis 5o Prozent der Wuchshöhe ab. Ist der Rasen sehr hoch, mähen Sie ihn in einem Abstand von 8 bis 14 Tagen in Etappen auf die gewünschte Höhe. Das Schnittgut darf nur dann auf der Fläche verbleiben, wenn es in geringen Mengen und stark zerkleinert gleichmäßig verteilt wurde.
Zum Gießen wird je nach Bodenbeschaffenheit, Hangneigung, Standort und Pflegezustand eine recht unterschiedliche Menge an Wasser benötigt: Wässern Sie in größeren Intervallen, dafür aber reichhaltig. Dadurch dringen die Wurzeln des Rasens tiefer ein und können sich gut verankern. Flachwurzelnde Wildkräuter werden zudem verdrängt. Eine Filzschicht im Rasen wirkt wie eine Abdichtung und verhindert, dass das Wasser in den Boden eindringt. Aus diesem Grund ist das Vertikutieren eine wichtige Pflegemaßnahme für einen gepflegten und vitalen Rasen.«






Donnerstag, 29. Juni 2006
M. Morell
Schon wieder ein Hügel inmitten der makellosen grünen Fläche. Und da, noch einer und noch einer…. es werden immer mehr, und sie werden immer höher und größer. Warum nur sind diese Erdpyramiden immer nur auf meinem Rasen und nicht beim Nachbarn? Da stellt sich doch zunächst einmal die Frage: Welche Schäden richten eigentlich diese kleinen, aktiven Störenfriede an? Fakt ist: Dieses unterirdische, dickfellige Urtier mit dem Namen Talpa europaea belüftet das Erdreich. O.K. es untergräbt unsere Möglichkeiten, es für immer zu stoppen. Es soll sogar Gartenbesitzer(innen) geben, die jagen das 15 bis 20 Zentimeter lange, fleißige Wühl- und Grabetier seit vielen Jahren ohne sichtlichen Erfolg. Der unermüdliche Einsatz von Geruch, Lärm, Hochfrequenzen oder, oder, oder beeindruckt den Maulwurf vermutlich nur peripher.
Seine ärgsten Feinde auf und über der Erdoberfläche – neben dem Menschen versteht sich - sind Iltis, Hermelin, Igel, Fuchs, Marder, Eule, Rabe, Storch, Falke und nicht zuletzt der Bussard. Doch viele dieser Kreaturen sind inzwischen aus unserer verstädterten Lebensgewohnheit geflüchtet. Damit wenigstens der Maulwurf bei uns überlebt, wurde er vom Gesetzgeber unter Naturschutz gestellt - und darf demzufolge nur gejagt oder beseitigt werden, wenn er größeren Schaden anrichtet.
Und ist es unser Schaden, wenn der Regenwurmvernichter Maulwurf sich über Winter riesige “Überlebensvorräte” an lebenden Würmern anlegt? Oder sich von der Vielfalt des im Boden befindlichen Lebens ernährt? Nicht wirklich. Zudem zeigen die Aktivitäten des Maulwurfs an, dass der Garten- oder Rasenboden ökologisch völlig in Ordnung ist.
Das Tierchen lockert nicht nur den Boden auf, sondern frisst und frisst auch viele dort im Erdreich lebenden Schädlinge auf. Auf seiner Speisekarte stehen nicht nur Mai- und Mistkäfer, große kräftige Maulwurfsgrillen, Nacktschnecken, Asseln, sondern auch (wer hätte das gedacht) sogar Spitz- und die gemeinen Wühlmäuse.
Kleiner Gärtner-Tipp: Einfach seine Bodenerhebung mit der Schaufel oder Harke flach machen. ACHTUNG – und nicht anschließend die weiche Erde in die Gänge treten, weil das möglicherweise die natürliche “Klimaanlage” des Gänge – Labyrinths beeinträchtigt … und das motiviert die Erdbewohner unmittelbar zum erneuten Hügelbau. Es gibt sogar so sensible lichtscheue Erdwühler, die über diese Maßnahme so verärgert sind, dass sie nach dieser einfachen Erdbewegung mit einer Geschwindigkeit von bis zu 67 Meter pro Minute (4 km/h) in den Nachbargarten abwandern.
Um die beiden fünffingrigen Grabhände des Schaufelbaggers zu fangen, empfiehlt sich die Kastenfalle aus Holz oder Kunststoff. Wer beim Einsatz die Gebrauchsanleitung sorgfältig beachtet, könnte zu besseren Fangquoten kommen. Die beste Zeit für diesen “Undercover-Einsatz” ist von September bis November und von Februar bis Ende April, dann sind Maulwürfe besonders aktiv. Ansonsten bleibt nur eine langjährige Freundschaft mit einem Tier der ganz besonderen, schützenswerten Art. Sie gehören für mich zum Rasen, auch wenn sie viele rasend machen.






Mittwoch, 28. Juni 2006
John Langley