Artikel aus April 2006
DAS!grünt mit Rollrasen
Die Redaktion von Das! ab4 bietet rund zwei Stunden Talk und Kochen, Service, Informationen aus dem Norden und Nachrichten. Jeden Tag kommen Experten zu Themen aus Medizin, Psychologie, Verbrechen, Verbraucherschutz, Garten und Reise zur Wort. Die DAS!ab4 Redaktion sorgt für einen bunten Themen-Mix, der informiert und unterhält. John Langley (NDR-Fernsehgärtner) hat den Rollrasen von Rollrasenhof Nord vorgestellt. Weitere Infos.
Donnerstag, 27. April 2006
John Langley
Obwohl man sich bei der Entscheidung für ordentlichen Rollrasen am allerwenigsten Ärger ins Haus holt und dafür auch noch sofort einen gesunden, grünenTeppich hat, können hin und wieder doch Pilze und andere ärgerliche Sachen auftauchen. Meist wegen schlechter Behandlung und Pflege. Um diese unangenehmen und unansehnlichen Dinge geht es in dieser Anleitung, die wir Kunden zur Ersthilfe immer mitgeben oder gedownloadet werde können.
K R A N K H E I T S B I L D E R
Braune Flecken im Rasen kurz nach der Verlegung:
Grund 1: Die Erde ist an manchen Stellen so verdichtet, dass Wasser nicht abfließen kann und dort “stehen” bleibt. Folge: Vernässung. Grund 2: Die Bodenoberfläche ist uneben, oder der Boden sackt ab. Dadurch bilden sich Senken. Die noch nicht verwurzelte Grasmatte hat an diesen Stellen keinen Bodenkontakt mehr und wird trocken.
Rotspitzigkeit
Während feuchter Witterungsperioden bilden sich rosafarbene Myzelflecken, die Blattscheiden verkleben, danach treten nadelartige, sich verzweigende korallenrote Gewebe hervor. Hier ist Stickstoff mit Kali und Phosphat zu geben. Gute Belüftung und nicht zu tiefer Schnitt beugen der Ausbreitung entgegen.
Hexenringe
Pilz wächst kreisförmig, dann entsteht eine tote Fläche, die am Rand von besonders stark wachsendem Gras begrenzt wird. Mit einer ausgewogenen Düngung und der intensiven Durchlüftung des Bodens wird der Hexenring bekämpft, auch hilft Bodenaustausch.
Blattfleckenkrankheit
Erst sind an den Blättern, dann an Blattscheiden kleine, ovale Flecken zu sehen, deren innerer Kreis später weiß wird. Teils bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchte. Hier hilft, resistente Sorten zu säen. Bekämpfung mit chemischen Mitteln ist nicht möglich.
Schneeschimmel
Ab Herbst, spätestens nach der Schneeschmelze sind die Pflanzen mit weißgrauem oder rötlichem Schimmel überzogen. Anfangs kleine Runde Flecken, überziehen sie Flächen bis 3 Meter Durchmesser, die einander überschneiden. Kräftigung der Pflanzen durch Kali hilft. Zu späte Düngung mit N im Herbst ist zu vermeiden. Den Rasen im Winter nicht zu stark zu strapazieren, zu belüften und trocken zu halten ist angesagt. Vorbeugende Behandlung mit chemischen Mitteln ist möglich. Bitte dazu fragen.
Schwarzbeinigkeit
Einzelne gelblich verfärbte Flecken von 10 bis 15 mm Durchmesser, die sich bis 50 mm vergrößern können. Sie werden gelblich braun und bilden ein feines weißes Myzel zwischen den Blattscheiden. Feuchtrwarme Witterung begünstigt die Ausbreitung. Dränage, Beseitigung von Filzschichten und Vermeidung von N-Düngung im späten Herbst verhüten das Krankheitsbild.
Pythium-Fäule
Der Wurzelhals ist schwarz verfärbt und abgeschnürt. Flächenpartien sind abgestorben - mit grünen Blättern. Zunächst weißes Myzel – dann graue, schleimige Masse. Nasse Böden und kühle Witterung fördern den Pilz. Aerifizieren, Besanden, beste Nährstoffversorgung und gute Beregnung beugen langfristig vor.
Blattfäule
Absterben der Pflanzen im Frühjahr nach der Schneeschmelze, blassrosa Myzel. An bleichen Blättern in Bodennähe findet man Dauerkörper des Pilzes in Gestalt harter, kugeliger, stecknadelkopfgroßer Ausbuchtungen. 6 Grad Celsius ist optimale Temperatur zur Verbreitung. Eine ausgewogene Düngung, das Besanden und nach der Schneeschmelze die Aerifizierung drängen das Bild zurück und vermeiden langfristig das Erscheinen.
Einfache Pilze auf dem Rasen
Pilzsporen sind überall. Durch die anfänglich sehr intensive Bewässerung Ihres Fertigrasens wird das Pilzwachstum begünstigt. Diese Pilze sind ungefährlich und verschwinden wieder sobald der Rasen verwurzelt ist und Sie die Bewässerung auf ein normales Maß reduziert haben.
Schwarze Schatten
Algenbewuchs durch Nässestau und andere Boden-Faktoren. Bitte anfragen, wir beraten Sie dazu individuell.
Das klingt jetzt alles dramatisch - kommt eher seltener vor. Aber wenn, einfach fragen.
Donnerstag, 27. April 2006
Jonni Borgmann
An geheimer Stelle wächst derzeit der Rasen für die Fußball-WM heran. Die Geheimhaltung ist nicht nur zum Schutz des Grüns vor mutwilliger Zerstörung nötig, sondern auch wegen erfahrungsgemäss stark fetischistischer WM-Rasen-Verehrung der Fußball-Fangemeinde. Nur eine Handvoll Menschen kennen deshalb die Flächen. Ausgesät wurde bereits vor 13 Monaten.
In der zweiten Mai-Woche wird der WM-Rasen in bekannter Manier mit Wurzeln abgeschält, in 1,20 Meter breiten Streifen aufgerollt und in den Stadien verlegt. Zur WM ist eine ganz neue Sorte aus 75 Prozent Wiesenrispe und 25 Prozent Weidelgras zusammengestellt worden, die besonders viel aushält. Die Mischung soll eine amerikanische sein.
Mit gewöhnlichem Rasen für den Hausgarten haben die Fußball-Spielfelder nichts gemein. Mit dem Untergrund fängt es an und dabei ist die Durchlässigkeit am wichtigsten: Auf einer Kies-Sand-Schicht liegen in 25 Zentimeter Tiefe viele Kilometer Heizungsleitung. Darüber eine Schicht sauberer Sand und darauf die so genannte Rasentragschicht aus Oberbodenschicht und noch einmal Sand. Erst darauf kommt der grüne Rollrasen.
Donnerstag, 27. April 2006
M. Morell
Darauf muss man erstmal kommen: Wie in der Märkischen Allgemeine zu lesen ist, will Sebastian Otto aus Königs Wusterhausen WM-Luft verkaufen, die in kleinen glänzenden Tütchen versiegelt an Schlüsselbändern hängen soll. Natürlich in den Farben der deutschen Fahne. Aufgesogen und eingetütet wird in Stuttgart, wo die Luft bekanntlich eher stickig ist. Mehr hier. Was könnte man noch anbieten? Getrocknete Rasenmaht zum Streuseln oder zu Mini-Ballen gepresst? Oder …. Ideen bitte senden - oder für sich behalten.
Montag, 24. April 2006
M. Morell
Bei milden Temperaturen eröffnete heute der Niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff mit einer launigen Rede die Landesgartenschau in Winsen. Bis zuletzt wurde gewerkelt, der Besucheransturm hielt sich in Grenzen und die Stimmung war durchweg entspannt. Besonders entspannt waren die Kleingärtner auf ihren Parzellengrundstücken, die man auf dem Weg zum Haupteingang passieren musste. Die Beete erschienen in nacktem Erd-Grau sehr aufgeräumt und die Datschen wirken wie von Filmarchitekten errichtet. Die Kleingärtner schauten wie Statisten in einem absurden Theaterstück. Vor mir ging eine Dame mit rotem Hut, die Weihwasser auf den Kiesweg spritzte für’s Glück und zur Verwunderung besagter Kleingärtner. “Es wirkt”, sagte sie. Glück, Wachstum und Erfolg für diese (viel zu spät begonnene) Saison wünschten sich meine Kunden bei der Eröffung ihres Schaugartens “Ihr Garten von Eden” beim Prosecco-Anstossen. Alles ist gut gelungen, die Pflanzungen sind aber 4 Wochen mindestens zurück. 4 Wochen und es sieht schon ganz anders aus. Mehr zur LaGa.
Freitag, 21. April 2006
M. Morell
Meine Kunden Gärtner von Eden haben rechtzeitig zur Eröffnung der Landesgartenschau in Winsen am Freitag einen aufwändigen Schaugarten fertiggestellt, den ich hier leider noch nicht zeigen kann. Entworfen und geplant wurde er vom Gartenarchitekten Sebastian Jensen, der als kreativer Kopf unter den norddeutschen Planern gilt.
Mit ihm führte ich ein Interview.
Welches Konzept steht hinter dem Schau-Garten der Gärtner von Eden?
Auf kleinstem Raum sollen möglichst viele zeitgemäße Gartenthemen angesprochen werden. Der Garten ist für die meisten Besitzer und Familien ein wichtiger Lebensraum. Neben den gestalterischen sind also auch hauptsächlich die funktionalen Aspekte von Bedeutung. Mit dem Mustergarten “Ihr Garten Eden” auf der Landesgartenschau können wir von allem ein bisschen zeigen – und das auf höchstem Niveau.
Was ist das Besondere daran? Interessant ist ja die Kopplung von - auf den ersten Blick - “Tradiertem” und zukunftsweisenden Ansätzen. Bildet das einen Trend ab?
Von den traditionsreichen Gerichten und Gestaltungsideen wissen wir ja, wie gut sie immer wieder „schmecken“. Wie beim Kochen ist aber auch beim Gestalten des Gartens gerade das spielerische Experimentieren immer wieder spannend. Da kommen unsere überlieferten Rezepte in neuem Gewand häufig verblüffend frisch daher. Wir professionelle „Gartenköche“ wissen aber bereits, dass die verwendeten Zutaten auch zusammen passen, wenn wir sie dem Kunden anbieten. Neben vielen anderen Trends ist „modern-romantic“ sicher einer der jüngeren.
Welche Gestaltungs-Impulse können Besucher für sich mitnehmen und praktisch umsetzen, wie schafft man das ohne allzu großes Budget?
Form und Funktion gehen Hand in Hand, und der Pfiff steckt häufig im Detail. Wie bekomme ich glasklares Wasser im Teich, wie bleibt mein Holzdeck lange schön, was für Boden brauchen mein Pflanzen usw. Wer die Regeln kennt und beachtet, spart schon das meiste, nämlich missglückte Versuche. Die professionellen Gärtner von Eden beherrschen diese Kenntnisse aus dem FF. Hier sitzt der Garten im ersten Anlauf perfekt. Richtige Planung ist dafür natürlich die Voraussetzung. Die persönliche, individuelle Gestaltungsidee wird mit dem Kunden intensiv diskutiert und zu Papier gebracht. Eine finanzielle Beratung gehört natürlich dazu. Erst anschließend wird dann diese Idee in die Realität umgesetzt.
Wenn man die Garten-Realität in Deutschland anschaut, sieht man viel unteres Mittelmass. Ist der Trend “Geiz ist geil” auch im grünen Bereich bald vorbei?
„Geiz ist geil“ endet schnell, wenn man ein Elektro-Gerät schon zum wiederholten Mal umtauschen muss, oder die Schlagzeilen über Billig-Fleisch oder Pestizid-Gemüse gelesen hat. Wer mit seinen Pflanzen aus dem Supermarkt schon bald keine rechte Freude mehr hat, oder seine Gartenstrahler aus dem Baumarkt verflucht, wird sich bald nach vernünftigen Produkten umsehen und sich vom Gartenbauer beraten lassen. Zumindest ist das für Billig-Produkte ausgegebene Geld erst einmal weg. Qualität zahlt sich immer erst mit der Zeit aus, ist aber über die Jahre gerechnet immer günstiger. „Gärtner von Eden“- Kunden wissen das und leben das auch in anderen Bereichen.
Man sieht vermehrt “simplify-Gärten” – Gärten, die Vielbeschäftigten möglichst wenig Arbeit machen sollen, Gärten, die trotzdem immer ein wenig „kuschelig“ und “gepflegt unaufgeräumt” wirken sollen. Ist das ein Trend? Was wollen Ihre Kunden?
Zum Planer und Gärtner kommen natürlich hauptsächlich diejenigen, die nicht zu den „Alles-Selbermachern“ gehören. Sie brauchen unsere professionelle Hilfe bei der Planung und Anlage ihres Gartens. Bereits hier können wir beeinflussen, wie pflegeintensiv der Garten wird. Wird ein Garten unter Berücksichtigung der natürlichen Bedingungen so geplant und angelegt, dass er sich ohne viel Pflege prächtig entwickelt, ist das nicht nur für unseren Kunden willkommen, sondern auch für uns eine ansprechende Werbung.
Anm.: den reich bebilderten PDF-Katalog zum Schaugarten mit Plan oder den umfassenden Saison- Newsletter der Gärtner von Eden Hamburg sende ich gern zu. mmømauricemorell.de






Mittwoch, 19. April 2006
M. Morell
Der Frühling lässt auf sich warten in diesem Jahr.
Wir können ihn immer noch nicht fühlen, wir können ihn kaum sehen - aber wir können ihn hören: in der freien Natur und im Garten. Es klingt, es rauscht, es zwitschert und plätschert, es singt und tirilliert - und plötzlich schieben sich die grauen Wolken zur Seite und wir erwachen mit dem Grün und dem Blau und dem Gelb und wissen: er ist nicht mehr aufzuhalten - der Frühling.
Die Amseln haben Sonne getrunken
aus allen Gärten strahlen die Lieder.
In allen Herzen nisten die Amseln
und alle Herzen werden zu Gärten
und blühen wieder.
Nun wachsen der Erde die großen Flügel,
und allen Träumen neues Gefieder.
Alle Menschen werden wie Vögel
und bauen Nester im Blauen.
Nun sprechen die Bäume im grünen Gedränge,
und rauschen Gesänge zur hohen Sonne.
In allen Seelen badet die Sonne,
alle Wasser stehen in Flammen.
Frühling bringt Wasser und Feuer
liebend zusammen.
Max Dautheney
Sonntag, 16. April 2006
Isolde Fritsch-Hamann
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